1.Mai 2022 in Koblenz

Heute, am 1.Mai, dem Tag unserer Klasse, haben wir uns in Koblenz der 1.Mai-Demonstration des DGB angeschlossen und dort einige Exemplare unserer Gewerkschaftszeitung Direkte Aktion verteilt. Mit unserem Transparent wollten wir auf die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung (bei vollem Lohnausgleich) aufmerksam machen. Das Thema Arbeitszeitverkürzung spielt auch in der Geschichte des 1.Mai eine große Rolle. Am 1.Mai 1886 wurde ein Generalstreik in den USA ausgerufen, um den 8-Stunden-Tag durchzusetzen. Die Eskalation der Gewalt von Seiten der Polizei und der anschließende Justizmord an führenden Köpfen der anarchistischen Bewegung in Chicago waren der Grund, wieso der 1.Mai einige Jahre später zum Tag des Gedenkens und des Kampfes der Arbeiter:innenklasse ausgerufen wurde.

Konkret forderten wir auf unserem Transparent den 4-Stunden-Tag. In Zeiten von entgrenzter Arbeitszeit, Scheinselbstständigkeit, Prekarität und in denen viele Menschen mit einem Job alleine nicht mehr über die Runden kommen, erscheint diese Forderung weit weg. Sinnvoll wäre es dennoch. Die Produktivität hat sich seit den 1880ern enorm vergrößert. Eine Halbierung der Arbeitszeit erscheint dahingegen noch sehr zahm. Im Gegenteil spräche einiges für eine radikale Arbeitszeitverkürzung. Wer sich dafür interessiert, findet auf der Seite der 4-Stunden-Liga weitere Informationen.

Nach der Demonstration haben wir uns von der DGB-Kundgebung abgesetzt und stattdessen am Rhein ein kleines Picknick gemacht. Bei Tischtennis, Jonglage, Fußball, Schach und diversen Brettspielen lassen wir den Nachmittag jetzt mit Kaltgetränken und leckerem selbstgemachten Essen ausklingen. Auf dem Weg zum Rhein hat es uns gefreut ein paar auf Zigarettenautomaten und Litfaßsäulen aufgeklebte Flugblätter zu sehen, die an die Ursprünge des 1.Mai und die damals unschuldig verurteilen Anarchisten erinnern. Mehr dazu findet sich auf dem Wikipedia-Artikel zum Haymarket Riot.

[ssba]

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