GKM kürzt Weihnachtsgeld um 70% – Beschäftigte wehren sich

Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM) versucht kurz vor Jahresende, das Weihnachtsgeld seiner Beschäftigten um 70% zu kürzen. (Artikel beim SWR) Die Empörung bei den Beschäftigten ist groß. Auch FAU-Mitglieder sind betroffen und werden sich diese Kürzung nicht gefallen lassen.

Bereits in den letzten Jahren waren GKM und die Stadt Koblenz aufgrund von Privatisierungsplänen in der Kritik. Im Frühling 2020 hat der private Investor Sana Kliniken AG die Geschäftsführung übernommen. Im Sommer 2021 wurden Verhandlungen aufgenommen, deren ausdrückliches Ziel es war, Sana zum Mehrheitsgesellschafter zu machen. Die Kampagne „GKM-Privatisierung stoppen“ protestierte dagegen.

Welche Auswirkungen solche Privatisierungen haben, kann man hier beispielhaft sehen: Sparmaßnahmen werden zulasten von Beschäftigten und Patient:innen durchgesetzt, damit die Investoren sich bereichern können. Trotz aller Beteuerungen der letzten Jahre, wie wichtig der Krankenhaus- und Pflege-Bereich sei, werden die Arbeitsbedingungen weiter verschlechtert. Das zeigt einmal mehr: Wir haben weder von der Politik noch von privaten Investor:innen etwas zu erwarten. Wir müssen uns zusammenschließen und selbst gegen die Sparmaßnahmen wehren.

Gebäude des Kemperhofs, dem größten Krankenhaus im Klinikverbund
Urheber: Holger Weinandt
Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

 

Weitere Quellen (nur mit Rheinzeitung-Abo einsehbar):

Rheinzeitung – Gemeinschaftsklinikum: Ist der Weg für Investor Sana jetzt frei?
Rheinzeitung – Kartellamt: Sana darf das Gemeinschaftsklinikum steuern
Rheinzeitung – GKM kürzt Weihnachtsgeld um 70 Prozent: Frust und Unverständnis bei den fast 4300 Mitarbeitern sind groß

Individualverhandlungen Elektrohandwerk: FAU-Mitglied erzielt 17% Lohnerhöhung

Bei Individualverhandlungen im Elektrohandwerk erzielte kürzlich ein Mitglied der FAU Koblenz 17% Lohnerhöhung und allen weiteren Forderungen wurde von Arbeitgeberseite nachgegeben.

Der Personalmangel und gleichzeitige Auftragsboom ließen sich optimal als Hebel nutzen um alle Forderungen gegenüber der Arbeitgeberseite durchzudrücken. Aufgrund des eher bescheidenen Flächentarifvertrags war der Lohn im Elektro-Handwerk schon längst der Situation nicht mehr angemessen.

„Ich wurde auch vor den Verhandlungen schon übertariflich bezahlt, durch die Inflation und Ihre Folgen wollte ich aber nicht auf die Verhandlungen der IGM oder eine Vorgabe durch meine Arbeitgeber warten. Also habe ich die Sache selbst in die Hand genommen. Ich war durch den Austausch und die Wissensvermittlung im Syndikat gut vorbereitet und habe auf eine guten Moment gewartet.
Danke an mein Syndikat, das mir beratend zur Seite gestanden hat und mir den Rücken gestärkt hat.“ FAUKO7

Kundgebung: ‚Wir zahlen nicht für eure Krisen!‘

Die ‚linksjugend[’solid] Koblenz‘ ruft unter dem Motto ‚Wir zahlen nicht für eure Krisen! – Solidarische Lösungen für den Krisenherbst‘ am kommenden Samstag um 15:00 Uhr zu einer Kundgebung am Koblenzer Hauptbahnhof auf.

„Die stetig steigende Inflation, das Auslaufen des 9€ Tickets und die geplante Gasumlage treffen vor allem die Arbeiter:innenklasse, Grund für uns nun diesem Klassenkampf von oben einen von unten entgegenzusetzen.“

Dieser Aussage schließen wir uns gerne, aber durch die gegenwärtigen Entwicklungen auch notgedrungen an und rufen ebenfalls auf sich an dieser Kundgebung zu beteiligen. Es wird für Koblenz der Anfang eines längerfristigen Auseinandersetzung sein müssen, da wir die unglaublich hohen Kostensteigerungen einfach nicht stemmen können.

Unser Leben muss bezahlbar bleiben!

Internationale Woche der Solidarität mit Anarchistischen Gefangenen 2022 // 23.-30. August

Die Tatsache, dass Kapitalismus nicht auf unsere Bedürfnisse, sondern auf Profit ausgerichtet ist, zeigt sich in Zeiten der Klimakrise, der Covid-19-Pandemie und des Zusammenbruchs sozioökonomischer Systeme auf der ganzen Welt mit aller Brutalität. Diejenigen, die vom Kapitalismus profitieren, bereichern sich in Zeiten von Katastrophen. Doch mit den anhaltenden Krisen erleben wir auch eine neue Ära der Aufstände von unten.
Der Widerstand gegen den Krieg in der Ukraine, die sudanesischen Proteste gegen die Militärjunta oder die soziale Revolte in Chile sind einige Beispiele, die uns nicht nur die Möglichkeiten der Organisierung und des kollektiven Kampfes zeigen. Sie machen auch deutlich, wie wichtig es für soziale Bewegungen ist, in diesen Zeiten voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Nicht nur außerhalb der Mauern, sondern auch hinter den Mauern.

Seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie haben wir heftige Kämpfe gegen das Eingesperrt sein erlebt. Diese erinnern uns daran, dass inhaftierten Menschen am meisten betroffen sind, wenn alles zusammenbricht. Ausbrüche aus brasilianischen und italienischen Gefängnissen, Inhaftierte, die ein Gefängnis in Thailand in Brand setzten, und anhaltende Hungerstreiks wie in Griechenland oder in polnischen Geflüchtetenlagern sind Beispiele für den Mut, den die Menschen in den Gefängnissen zeigen, um die Mauern zu durchbrechen.

In all diesen Kämpfen sind anarchistische Ideen und Werte der Treibstoff für den kollektiven Widerstand. Ohne Zweifel nimmt die Repression gegen Anarchist*innen zu und Solidarität ist mehr denn je gefragt. Das kapitalistische Herrschaftssystem kann nur funktionieren, weil die Menschen weiterhin voneinander isoliert sind, endlos miteinander konkurrieren und wir unsere wahren Bedürfnisse und Wünsche übersehen. Wir brauchen Solidarität in unseren Freundschaften, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft, in unseren Gemeinschaften. Die außerhalb und die innerhalb ihrer Mauern.

Lasst uns gemeinsam ausbrechen! Deshalb rufen wir erneut zur Internationalen Woche der Solidarität mit anarchistischen Gefangenen auf. Macht Solidaritätsaktionen! Schreibt Briefe, organisiert Diskussionen oder Filmvorführungen, macht unsere Gefährt*innen auf der Straße mit einem Transparent oder einem Graffiti sichtbar und lasst ihnen zeigen, dass sie in unseren Herzen sind und dass wir gemeinsam kämpfen.


Erinnern wir uns an diejenigen, die gegen diese Ungerechtigkeit gekämpft und mit ihrem Leben bezahlt haben.
Keine*r ist frei, bis alle frei sind!

mehr Informationen auf: solidarity.international 

Filmvorführung: el entusiasmo

Am 5.August zeigen wir (FAU und Falken) im Medienladen den Film el entusiasmo (auf Spanisch mit deutschen Untertiteln). Der Film handelt von dem erneuten Aufstieg unserer Schwestergewerkschaft Confederación Nacionál del Trabajo zu einer Massenorganisation in den 1970er Jahren nach dem Tod des faschistischen Diktators Francisco Franco.

Mehr Infos und der Trailer finden sich auf unserer Veranstaltungsseite:

Film: el entusiasmo

 

 

Weitere Infos auch bei…

 

1.Mai 2022 in Koblenz

Heute, am 1.Mai, dem Tag unserer Klasse, haben wir uns in Koblenz der 1.Mai-Demonstration des DGB angeschlossen und dort einige Exemplare unserer Gewerkschaftszeitung Direkte Aktion verteilt. Mit unserem Transparent wollten wir auf die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung (bei vollem Lohnausgleich) aufmerksam machen. Das Thema Arbeitszeitverkürzung spielt auch in der Geschichte des 1.Mai eine große Rolle. Am 1.Mai 1886 wurde ein Generalstreik in den USA ausgerufen, um den 8-Stunden-Tag durchzusetzen. Die Eskalation der Gewalt von Seiten der Polizei und der anschließende Justizmord an führenden Köpfen der anarchistischen Bewegung in Chicago waren der Grund, wieso der 1.Mai einige Jahre später zum Tag des Gedenkens und des Kampfes der Arbeiter:innenklasse ausgerufen wurde.

Konkret forderten wir auf unserem Transparent den 4-Stunden-Tag. In Zeiten von entgrenzter Arbeitszeit, Scheinselbstständigkeit, Prekarität und in denen viele Menschen mit einem Job alleine nicht mehr über die Runden kommen, erscheint diese Forderung weit weg. Sinnvoll wäre es dennoch. Die Produktivität hat sich seit den 1880ern enorm vergrößert. Eine Halbierung der Arbeitszeit erscheint dahingegen noch sehr zahm. Im Gegenteil spräche einiges für eine radikale Arbeitszeitverkürzung. Wer sich dafür interessiert, findet auf der Seite der 4-Stunden-Liga weitere Informationen.

Nach der Demonstration haben wir uns von der DGB-Kundgebung abgesetzt und stattdessen am Rhein ein kleines Picknick gemacht. Bei Tischtennis, Jonglage, Fußball, Schach und diversen Brettspielen lassen wir den Nachmittag jetzt mit Kaltgetränken und leckerem selbstgemachten Essen ausklingen. Auf dem Weg zum Rhein hat es uns gefreut ein paar auf Zigarettenautomaten und Litfaßsäulen aufgeklebte Flugblätter zu sehen, die an die Ursprünge des 1.Mai und die damals unschuldig verurteilen Anarchisten erinnern. Mehr dazu findet sich auf dem Wikipedia-Artikel zum Haymarket Riot.

Anarchistischer Treff im Westerwald

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, geht das Einzugsgebiet unseres Syndikats weit über die Stadtgrenzen von Koblenz hinaus. So haben wir zum Beispiel auch Mitglieder im Westerwald. Gerade im ländlichen Raum ist es oft schwierig Gleichgesinnte zu finden. Deshalb gibt es jetzt immer freitags die Möglichkeit, beim Anarchistischen Treff in der Nähe von Hachenburg vorbeizuschauen. Für alle, die sich für radikale Gewerkschaftsarbeit, FAU und Anarchismus interessieren.

Wann? Jeden Freitag ab 17 Uhr
Wo? In der Nähe von Hachenburg
Für die genaue Adresse und um zu erfahren, falls es mal ausfällt, bitte eine Email an fauko-kontakt@fau.org

[Bilder] – Mahnwache: Unsere Gesundheit darf keine Ware sein

Gestern führte das Allgemeine Syndikat Koblenz die angekündigte Mahnwache unter dem Motto: ‚Unsere Gesundheit darf keine Ware sein! Klassenkampf statt Querdenken‘ durch. Wir möchten uns an der Stelle nochmal für einige gute Unterhaltungen und auch die ein oder andere kontroverse Diskussion bedanken.

Unseren Aufruf, welcher auch als Flugblatt verteilt wurde könnt ihr hier nachlesen.

Ebenso gehen Grüße und Dank an alle Menschen die gestern in Koblenz wieder auf der Straße waren und sich klar und deutlich gegen Nazis, Reichsbürger und Antisemiten positionierten!

Unsere Gesundheit ist keine Ware! Klassenkampf statt Querdenken

Einladung zur Mahnwache, Samstag 22. Januar ab 13:00 Uhr, Südallee Ecke Johannes-Müller-Straße

Liebe Freund*innen,
wir sind inzwischen im dritten Jahr der Pandemie angelangt. In der vergangenen Zeit wurde auch in diesem Kontext klar, dass uns weder ein ’starker Staat‘ noch der angeblich ‚alles regelnde Markt‘ aus der Pandemie helfen können. Notwendige Maßnahmen, die ganz offensichtlich vor uns liegen, werden in keinster Weise angegangen oder unter Vorwänden weiter vor sich hergeschoben. Unser Gesundheitssystem müsste inzwischen um einiges besser dastehen als zuvor – doch die hier notwendigen Maßnahmen wie z.B. endlich bessere Arbeitsbedingungen für unser Pflegepersonal oder die Freigabe der Impfstoffpatente, bleiben weiter unerfüllte Forderungen. Auch, dass unsere Gesundheit weiter nicht als Allgemeingut, sondern als Ware gehandelt wird, ist gerade in der Pandemie verstörender als sowieso schon. Anstatt also an der Rücknahme von Privatisierungen zu arbeiten, wird unser Gesundheitssystem Stück für Stück demontiert – wie auch die Entwicklung zur weiteren Privatisierung des Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein in unserer Region aufzeigt.

Anstelle in eine notwendige Aufrüstung in den Bereichen Pflege und Gesundheit zu investieren, gibt es seit geraumer Zeit massive und weitreichende Eingriffe in das Privatleben der Menschen, – von einem wirklichen Herunterfahren der Wirtschaft, um das Infektionsrisiko zu minimieren ist keine Rede.
Während Großkonzerne wie amazon oder Pfizer ihren Umsatz in der Pandemie so stark wie noch nie steigern, sind gerade Geringverdienende die größten Leidtragenden der Corona-Maßnahmen – meist ohne eine ausreichende soziale Absicherung.
Auch die soziale und ökonomische Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund ihres Impfstatus, wie die aktuellen Kontaktregelungen oder die Lohnfortzahlung im Quarantänefall seit November 2021 sind nicht hinnehmbar.
Auch von einem – früher selbstverständlichen – Datenschutz kann längst keine Rede mehr sein. Das zentralisierte Speichern von Daten (wie z.B. in der Luca-App) ist eine gefährliche Grundlage für weitreichende Überwachung und weiteren Missbrauch staatlicher Behörden. Ebenso ist die ständige Kontrolle von Impfstatus und Personalien, an den verschiedensten Orten nicht nur unangenehm, sondern ein deutlicher Angriff auf unsere Bewegungsfreiheit.

Die genannten Punkte sind nur einige wenige einer ganzen Reihe von Missständen, die sich durch das Virus und die ihm entgegengesetzten autoritären Maßnahmen weiter verschlechtert haben. Die daraus resultierende Unzufriedenheit ist verständlich und Proteste wohl mehr als berechtigt. Dass die zahlreichen ‚Spaziergänge‘ keine Anknüpfungspunkte dafür sein können, müsste inzwischen jedem klar geworden sein. Rechtsradikale, Antisemiten und Reichsbürger tragen ihre menschenverachtende Gesinnung auf die Straßen ohne, dass es von den Mitlaufenden zu sichtbarem Widerspruch kommt.

Um das aktuelle Geschehen aufzugreifen rufen wir am Samstag, den 22.01. ab 13:00 Uhr zu einer Mahnwache an der Ecke Südallee/Johannes-Müller-Straße auf.

Ausbeutung und Gegenwehr im Minijob

Im Minijob-Bereich herrschen oftmals sehr prekäre Arbeitsbedingungen. Selbst gesetzliche Mindeststandards wie das Mindestlohngesetz werden regelmäßig noch unterlaufen. Oftmals kennen Betroffene ihre Rechte nicht und wissen auch nicht, wie sie Forderungen durchsetzen können. Sowohl in der FAU allgemein als auch im Allgemeinen Syndikat Koblenz sind Themen wie Minijob und prekäre Beschäftigungsverhältnisse immer wieder aktuell. Ein aktuelles Beispiel ist der Kampf der FAU Leipzig um bessere Arbeitsbedingungen bei Domino’s Pizza: MDR-Beitrag auf YouTube

Als Basisgewerkschaft unterstützen wir uns gegenseitig beim Durchsetzen unserer Forderungen und geben unsere Erfahrungen und unser Wissen gerne weiter. Bist du selbst aktuell prekär beschäftigt? Sind deine Arbeitsbedingungen zwar nicht prekär, aber es gibt trotzdem Dinge, die verbessert werden können? Oder möchtest du dich ganz allgemein gerne am Aufbau einer kämpferischen Basisgewerkschaft in Koblenz beteiligen, zum Beispiel mit einer Mitgliedschaft, dem Verteilen von Flyern oder der Unterstützung bei konkreten Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz?

Dann schreib uns und lass uns gerne mal zu einem unverbindlichen Kennenlernen treffen. fauko-kontakt@fau.org