FAUista wird zu Geldstrafe wegen Beleidigung verklagt – wir stellen uns hinter unser Mitglied

Eines unserer Mitglieder hat in einer Auseinandersetzung mit einem Koblenzer Einwohner eine Positionierung gegen Rechts gefordert, woraus sich ein Streit entwickelte, und wurde anschließend wegen Beleidigung verklagt. Wir finden: Unsere Mitglieder sollen sich jederzeit antifaschistisch äußern und Personen konfrontieren können, die sich nicht von Rechten distanzieren wollen. Deshalb stellen wir uns hinter unser Mitglied und übernehmen einen Teil der Strafe.

Solidarität mit den gekündigten Arbeiter*innen bei Dragon Sweater – immer noch

Mitglieder des Allgemeinen Syndikat Koblenz und des Allgemeinen Syndikat Bonn haben heute mit einer Flyer-Aktion vor zwei New Yorker Filialen in Koblenz die Kampagne United against the Dragon (https://www.unitedagainstthedragon.info) unterstützt. Im Februar und März waren in Bangladesch 6000 Textilarbeiter*innen von ihrem Arbeitgeber Dragon Sweater vor die Tür gesetzt worden. Seitdem kämpfen sie um eine Abfindung und ausstehende Löhne.

Dragon Sweater belieferte unter anderem New Yorker, Walmart und Lidl mit Textilien. Diese Unternehmen tragen eine Mitverantwortung dafür, dass arbeitsrechtliche Mindeststandards ihrer Zulieferer eingehalten werden. Bereits im September hatte deshalb unsere Stadtsektion in Siegen vor zwei Lidl-Filialen protestiert. Ein Bericht dazu findet sich hier: Solidarität mit den gekündigten Arbeiter*innen bei Dragon Sweater

Im Oktober wurde eine Einigung erreicht, nach der die Arbeiter*innen immerhin etwa die Hälfte des ihnen zustehenden Geldes hätten bekommen sollen. Die ersten Zahlungstermine Anfang November sind aber bereits verstrichen und es kam bisher immer noch kein Geld an. Deshalb gehen die Proteste weiter, bis die Arbeiter*innen bezahlt werden.

Reinstate Richie Venton!

Weil Richie Venton sich für Bezahlung und Arbeitssicherheit in Zeiten von Corona eingesetzt hat, hat IKEA ihn vor die Tür gesetzt.  Die internationale Kampagne für seine Wiedereinstellung wird unter anderem von der FAU (Freie ArbeiterInnen-Union) und unserer Schwestergewerkschaft IWW (Industrial Workers of the World) unterstützt: https://reinstaterichieventon.com/

Unter dem Hashtag #reinstaterichieventon startete das Allgemeine Syndikat Bonn (https://bonn.fau.org) eine Social-Media-Aktion zur Unterstützung der Kampagne, an der wir uns beteiligen. Die Idee: Auf kreative Art und Weise die Wiedereinstellung von Richie fordern.

Wenn auch du dich beteiligen willst, bist du herzlich eingeladen. Mache ein Foto mit Bezug zur Kampagne und einem Gegenstand, der von IKEA kommt. Poste das Foto entweder selbst unter dem Hashtag #reinstaterichieventon auf Social Media (und verlinke uns gerne), oder wenn du selbst kein Social Media benutzt, sende uns auch gerne das Foto per E-Mail an fauko-kontakt@fau.org

Hier die bisherigen Bilder unseres Syndikats als kleine Anregung:

   

Anarchismus und Syndikalismus in der Gewerkschaftsbewegung Deutschlands

Gestern veranstalteten wir ein Wanderseminar zum Thema Anarchismus und Syndikalismus in der Gewerkschaftsbewegung Deutschlands (1878-1939) in der Nähe von Bendorf-Sayn. Trotz Regenwetter war das Seminar außerordentlich gut besucht. Teilnehmende waren aus Saarbrücken, Düsseldorf, Frankfurt, Siegen und Mannheim angereist.

An verschiedenen Stationen erzählte uns der Referent jeweils etwas über die Geschichte unserer Bewegung und insbesondere über die Besonderheiten der Bewegung in Deutschland. Angefangen mit den Lokalisten, die aus der Not eine Tugend machten: Da es durch die Sozialistengesetze nicht mehr möglich war, sich reichsweit als Gewerkschaft zusammenzuschließen, organisierten sich Arbeiter stattdessen in lokalen gewerkschaftlichen Fachvereinen. Die Lokalisten erkannten bald die Vorteile dieser dezentralen Organisationsform und behielten sie auch nach der Abschaffung der Sozialistengesetze bei.

Hiervon ausgehend zeichnete der Referent über verschiedene Generationen die Geschichte und Entstehung der anarchosyndikalistischen Bewegung in Deutschland nach. Über die Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften, den Bruch mit der Sozialdemokratie Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, die Inspiration durch die internationale syndikalistische Bewegung und durch die Ideenlehre des Anarchismus, die Repression während des ersten Weltkrieges aufgrund ihrer strikt antimilitaristischen Haltung, bis hin zu Gründung, Aufstieg und Niedergang der Freien Arbeiter-Union Deutschlands während der Weimarer Republik.

Zudem gab es eine eigene Station zur Geschichte des syndikalistischen Frauenbundes, einer Initiative innerhalb der FAUD, die – nicht zuletzt gegen die eigenen Ehemänner und Genossen – nicht nur für ihre Befreiung als Proletarierinnen, sondern auch für ihre Befreiung als Frauen kämpften.

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Vom Siegerland bis zur Mittelmosel – gemeinsam sind wir stark

Unser Syndikat beschränkt sich nicht nur auf den Koblenzer Raum, sondern bietet aufgrund seiner geographischen Lage auch weiter entfernt wohnenden Genoss*innen ein gewerkschaftliches Zuhause. Gestern hatte unsere Stadtsektion in Siegen zu einem Treffen zum Kennenlernen, Vernetzen und Austausch eingeladen. (Dazu gehörte natürlich eine Wanderung bei bestem Siegerländer Wetter, auf der die Genoss*innen von außerhalb etwas über Siegens Geschichte und Landschaft erfahren konnten.) Der Einladung der Siegener Genoss*innen waren Menschen aus Koblenz und von der Mittelmosel gefolgt.

Gemeinsam verbrachten wir einen wunderschönen Tag und konnten uns gegenseitig viele Impulse für unsere Arbeit als Gewerkschafter*innen geben.

Internationale Woche der Solidarität mit anarchistischen Gefangenen

Vom 23.08.2020 bis 30.08.2020 ist wieder die Internationale Woche der Solidarität mit anarchistischen Gefangenen. Letztes Jahr hatten wir angekündigt, weiter am Thema Gefangenen-Solidarität dran zu bleiben. Siehe den Bericht unserer Wanderung.

Dieses Jahr sind wir zwar nicht als ASy Koblenz  in Erscheinung getreten, aber engagierte Genoss*innen waren an einer Soli-Tattoo-Aktion beteiligt: Fünf Tätowierer*innen haben heute im In Memoriam eine ganze Palette an Motiven zum Tätowieren angeboten. Die Erlöse fließen eins zu eins ans Anarchist Black Cross Dresden.


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